Bei der Daumensattelgelenksarthrose – oder Rhizarthrose - ist es im Gelenk zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein durch Abnutzung zum Verlust des Gelenkknorpels gekommen. Ein freies und schmerzloses Bewegen des Daumens ist deshalb nicht mehr möglich. Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose zeigt der Daumen zusätzlich eine typische Verformung: während der erste Mittelhandknochen eng der Hand anliegt, besteht im Daumengrundgelenk eine Überstreckung.

Ursachen

Im Gelenk an der Daumenwurzel, das wegen seiner Form Sattelgelenk genannt wird, werden die wichtigsten Bewegungen des Daumens ausgeführt. Das Gegenüberstellen des Daumens gegen die Finger und das Abspreizen sowie das Berühren der Daumenkuppe mit den Fingerkuppen geschieht in diesem Gelenk. Aufgrund der großen Bewegungsfreiheit dieses Gelenkes und der hohen Belastung beim Greifen, entwickelt sich nicht selten im Laufe des Lebens die Sattelgelenkarthrose. Eine Veranlagung zur Arthrose spielt eine wichtige Rolle. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Erscheinungsbild

Wie bei allen Verschleißerkrankungen der Gelenke tritt am Daumensattelgelenk als erstes ein Bewegungsschmerz auf. In der Frühphase äußert sich dies oft nur in einer Morgensteifigkeit, die sich im Lauf des Tages bessert. Bei weiterem Fortschreiten der Arthrose wird jegliche Daumenbewegung schmerzhaft. Dies äußert sich bei nahezu allen alltäglichen Verrichtungen, besonders jedoch beim Öffnen eines Schraubverschlusses, beim festen Halten eines Gegenstandes bzw. beim Greifen kleiner Gegenstände. In späteren Stadien der Sattelgelenkarthrose kann es auch zu Fehlstellungen des gesamten Daumens kommen. Schmerzbedingt läßt die Kraft des Daumens bzw. der gesamten betroffenen Hand nach.

Diagnostik einer Daumensattelgelenksarthrose

Bei der Untersuchung läßt sich beim Bewegen des Daumens im Sattelgelenk ein Schmerz gezielt auslösen. Auch bei der Aufforderung, die Daumenkuppe gegen die Kleinfingerkuppe zu drücken, wird der Schmerz im Daumensattelgelenk provoziert. Gesichert wird die Diagnose durch eine Röntgenaufnahme des Handgelenks.

Daumensattelgelenksarthrose
Auf dem Röntgenbild läßt sich die Arthrose des Daumensattelgelenks sehr gut erkennen

Behandlung der Daumensattelgelenksarthrose ohne Operation

Gerade in der Frühphase einer Arthrose im Daumensattelgelenk klagen die Patienten über heftige Schmerzen, auch wenn das Röntgenbild noch keine weit fortgeschrittenen Arthrosezeichen zeigt. Sehr häufig werden die Schmerzen in diesem Stadium durch eine Entzündung der Gelenkinnenhaut mitverursacht. Die Behandlung beschränkte sich bis heute in aller Regel auf eine Schonung des Gelenks, das Tragen einer Daumenschiene und das Einnehmen von entzündungshemmenden Medikamenten, den sogenannten nichtsteoridalen Antirheumatika (z. B. Voltaren®, Deflamat®, etc.). Auch die Injektion von Kortison in das Gelenk ist eine häufig verwendete Therapie und zeigt zumindest eine vorübergehende Linderung der Beschwerden.

Ein neuer Therapieansatz ist die Injektion von eigenem Fettgewebe in das arthrotische Gelenk. Erste Nachuntersuchungen, dieser noch jungen Behandlungsmethode, zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse. Das eingebrachte Fettgewebe erzielt unter verschiedenen Aspekten einen positiven Effekt auf die Arthrose: in der Funktion als Gleitgewebe verbessert das Fetttransplantat sofort die gegenläufige Bewegung der aufgerauten Gelenkflächen. Dadurch wird der Bewegungsschmerz gelindert und die Beweglichkeit des Gelenkes verbessert. Zusätzlich reduzieren die im Fettgewebe enthaltenen Botenstoffe die Entzündung der Gelenkinnenhaut bzw. schützen diese Botenstoffe den noch vorhandenen Knorperbelag im Gelenk. Dies führt zu einer weiteren Verminderung des Schmerzes. Einen weiteren interessanten Aspekt beinhalten die im Fettgewebe enthaltenen Stammzellen.

Theoretisch sind diese Stammzellen in der Lage, sich in knorpelbildende Zellen umzuwandeln und so einen Knorpelschaden im Gelenk wieder auszugleichen. Zu dieser Überlegung muss man jedoch kritisch anmerken, dass es für die Neubildung von Gelenkknorpel nach einer Fetttransplantation noch keine wissenschaftlich gesicherten Daten gibt. Dennoch scheint die Fetttransplantation eine sehr gute, neue Möglichkeit in der Behandlung der frühen Rhizarthrose zu sein. Ein Vorteil, gerade im Vergleich zur Kortisoninjektion, ist sicherlich die Tatsache, dass hier mit körpereigenem Gewebe therapiert wird.

Wie läuft die Behandlung der Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose) mit Eigenfett ab?

Die Behandlung wird ambulant in der Ordination durchgeführt. Da man insgesamt nur 1,0 ml bis 1,5 ml an Eigenfett benötigt, kann dieses grundsätzlich überall am Körper gewonnen werden. In aller Regel wird allerdings der Bauch als Spenderregion benutzt. Hierzu wird in örtlicher Betäubung am Bauch mit einer speziellen, dünnen Kanüle Fett aus dem Unterhautfettgewebe gewonnen. Dieser Vorgang dauert ca. 5 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Die kleine Punktionsstelle wird mit einem Pflaster versorgt und heilt narbenfrei ab.

Daumensattelgelenksarthrose
Das körpereigene Fettgewebe wird in das arthrotische Daumensattelgelenk infiltriert.

Das so gewonnene Fettgewebe wird gefiltert und anschließend direkt in das betroffene Daumensattelgelenk infiltriert. Für eine optimale Wirkung wird der Daumenstrahl für 14 Tage in einer abnehmbaren Daumenhülse ruhiggestellt.

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