Der schnellende Finger wird auch Schnapp-Finger oder Triggerfinger genannt. Die Beugesehnen werden am Daumen und den Fingern in sogenannten Ringbändern geführt, ähnlich wie bei einer Angelrute die Angelschnur durch Ösen geführt wird. Ist die Beugesehne verdickt oder das Ringband eingeengt, können die Beugesehnen nicht mehr frei gleiten. Es kommt zu bewegungsabhängigen Schmerzen, zu einer Morgensteifigkeit und bei ausgeprägten Befunden auch zu einem Schnappen beim Versuch, den Finger zu bewegen.

Ursachen

Ursachen für den Schnapp-Finger sind wiederholte Überlastungen durch körperlich ungewohnte Tätigkeiten, aber auch chronische entzündliche Erkrankungen wie z.B. Rheuma, Gicht oder dem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die mit einer Vermehrung des Beugesehnengleitgewebes einhergehen. Am häufigsten betroffen sind Daumen, Mittel- und Ringfinger. Es können auch mehrere Finger gleichzeitig oder in Folge betroffen sein. Die Erkrankung kann auch bereits beim Daumen eines Neugeborenen und Kleinkindes auftreten und wird dann als Pollex flexus congenitus bezeichnet.

Erscheinungsbild

Die ersten Zeichen sind oft nur unspezifische Schmerzen und Schwellung der Fingergrundgelenke im Bereich der Handinnenfläche und des Handrückens. Manchmal besteht zusätzlich eine Morgensteifigkeit oder ein Spannungsgefühl. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zum typischen Schnappen mit bewegungsabhängigen Schmerzen. Im Extremfall kann es zu einer ständigen Blockierung des Fingers in Beugestellung kommen. Ist der Daumen betroffen, wird das Schnappen häufig im Bereich des Daumenendgelenkes wahrgenommen.

Diagnostik

Die Diagnose lässt sich in der Regel anhand des typischen Beschwerdebildes mit Schnappen eines Fingers stellen. Druck auf das A1-Ringband löst bei den meisten Patienten Schmerzen aus. In frühen Stadien kann man beim Durchbewegen des Fingers ein Sehnenreiben am A1-Ringband sowie oft eine Verdickung der Beugesehne (Sehnenknoten) tasten. Im fortgeschrittenem Stadium lässt sich das typische Schnappen auslösen. Bei Kleinkindern fällt den Eltern auf, dass das Daumenendglied nicht aktiv gestreckt wird, sondern sich in einer permanenten Beugestellung befindet.

Behandlung

Solange noch kein eigentliches Schnappen besteht oder das Schnappen noch nicht stark ausgeprägt ist, kann ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden. Hierbei kommen lokal abschwellende Maßnahmen und entzündungshemmende Medikamente zur Anwendung. Führt die konservative Behandlung nicht zum Erfolg, bedarf es jedoch der Operation. In örtlicher Betäubung wird über einen ca. 2 cm langen Schnitt in der Hohlhand das betroffene Ringband dargestellt und der Länge nach komplett gespalten. Zeigt sich das Sehnengleitgewebe entzündet, wird es entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt. Nach Hautnaht erfolgt die Anlage eines dünnen Kompressenverbandes.

Nachbehandlung

Um Verklebungen oder Verwachsungen der Beugesehnen zu vermeiden, sollen die Finger bereits am Operationstag bewegt werden. Dies kann in Eigenregie erfolgen, wobei Sie besonders auf eine volle Streckfähigkeit des Mittelgelenkes achten sollten. Bei Schwierigkeiten, z.B. bei Einschränkung der Fingerbeweglichkeit, ist eine physikalische Übungsbehandlung erforderlich. Nach zwei Wochen werden die Hautfäden entfernt. Bis zur Entfernung der Fäden ist es ratsam, die operierte Hand hochzuhalten und keine Ringe an der Hand zu tragen. Die Schnappsymptomatik ist direkt nach der Operation verschwunden.

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