(Einengung des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk, Tendovaginitis stenosans de Quervain oder Mammi-Daumen)

Unter einer Tendovaginosis stenosans de Quervain versteht man die Einengung des ersten Strecksehnenfaches auf der Daumenseite des körperfernen Unterarms. Durch dieses Strecksehnenfach verlaufen die Sehnen des kurzen Daumenstreckmuskels (M. extensor pollicis brevis) sowie des langen Daumenabspreizmuskels (M. abductor pollicis longus).


JETZT NEU - WIDE AWAKE VERFAHREN

EINE BESONDERS SCHONENDE FORM DER ÖRTLICHEN BETÄUBUNG

Jetzt über Wide Awake informieren


Die Einengung des Sehnenfaches entsteht häufig durch übermäßige Beanspruchung der Sehnen bei ungewohnten Arbeitsbelastungen. Frauen sind hiervon etwa achtmal häufiger betroffen als Männer. Insbesondere bei jungen Müttern, die ihre kleinen Kinder noch tragen und heben müssen, kann man diese Erkrankung häufig beobachten.

Normalerweise gleiten die Sehnen glatt in ihrem Sehnenfach, da das Gewebe in diesen Fächern einen feinen Flüssigkeitsfilm produziert. Bei zu großer Beanspruchung der Sehnen kann die Menge des Flüssigkeitsfilms nicht mehr ausreichend sein und die Sehnen reiben in ihren Fächern. Durch diesen Reiz schwellen die Sehnenfächer an und engen die Sehnen ein, die daraufhin ihrerseits ebenfalls anschwellen und in der Sehnenscheide stecken bleiben können. Als Folge der „Entzündung“ können die Sehnen mit ihren Sehnenscheiden verkleben, was das Gleiten erschwert und die Beschwerden weiter verstärkt.

Beschwerden

Die Daumenseite des Handgelenks schmerzt bei Bewegungen der Hand zur Kleinfingerseite hin, z.B. beim Öffnen von Dosen oder beim Auswringen von Lappen oder einfach bei Bewegungen des Daumens. Die Sehnen können dabei auch gelegentlich in ihrem Sehnenfach „hängen“ bleiben. Häufig entwickelt sich auch eine schlauchförmige Schwellung auf der Speichenseite des Handgelenks direkt über dem betroffenen Sehnenfach. Die Beschwerden können sowohl plötzlich über Nacht auftreten als auch sich allmählich entwickeln.

Sehnenscheidenentzündung
Markiert ist der typische Schmerzpunkt bei einer Sehnenscheidenentzündung des ersten Strecksehnenfaches

Diagnostik

Im Vordergrund sollte zunächst die gründliche Erhebung der Krankengeschichte stehen, die bereits viele Hinweise auf die richtige Diagnose geben kann. Bei der klinischen Untersuchung ist der Bereich über dem 1. Strecksehnenfach druckempfindlich. Besonders typisch für die Erkrankung sind Schmerzen beim sogenannten Finkelsteintest. Hierbei wird der Daumen in die Handfläche des Patienten hinein gebeugt und eine ruckhafte Bewegung des Handgelenks in Richtung Elle durchgeführt. Während diese Bewegung bei Gesunden kaum Beschwerden hervorruft, ist sie für die betroffenen Patienten in der Regel extrem schmerzhaft.

Behandlung

Prinzipiell kommen eine nicht-operative und eine operative Behandlung in Frage. Anfänglich ist es oft möglich, die Beschwerden durch konservative Maßnahmen erfolgreich zu behandeln. Neben einer kurzfristigen Ruhigstellung des Daumens mittels eines Gipsverbandes oder einer Schiene kommen entzündungshemmende Medikamente, die die Abschwellung fördern, zur Anwendung. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nach etwa 4 Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, oder bei sehr starken Beschwerden, die schon längere Zeit andauern, sollte eine chirurgische Therapie in Betracht gezogen werden.

Die Operation erfolgt ambulant unter Verwendung einer örtlichen Betäubung. Die Haut über dem ersten Strecksehnenfach wird mit einem kurzen Schnitt eröffnet und das Sehnenfach in seiner Länge gespalten. Besonders muss dabei auf einen oberflächlichen Hautnerven geachtet werden, der im Bereich des Operationsgebietes verläuft. Bei vielen Patienten verläuft die Sehne des kurzen Daumenstreckers in einem eigenen kleinen Kanal innerhalb des ersten Streckfaches. Dieser muss dann zusätzlich geöffnet werden. Nachdem das problemlose Gleiten der Sehnen überprüft wurde, wird die Operationswunde verschlossen.

Nach der Operation wird nur ein dünner Verband angelegt, so dass der Daumen sofort nach der Operation voll bewegt werden kann, um ein erneutes Verkleben der Sehnen zu verhindern. Da die Haut mit einem selbstauflösenden Faden genäht wird, ist ein Fadenzug nicht notwendig.

Sie haben Fragen?

Sie erreichen uns schnell und bequem über unser Kontaktformular