Eine Mukoidzyste entsteht in aller Regel über dem streckseitigen Endgelenk eines Fingers oder Daumens. Ursächlich ist eine Arthrose des Fingergelenks. Kleine Knochenzacken reiben von innen an der Gelenkkapsel und dünnen diese soweit aus, bis die Kapselwand dem Druck der Gelenkflüssigkeit nicht mehr Stand halten kann und sich dann wie eine Blase nach außen vorwölbt. Die Mukoidzyste steht daher in direkter Verbindung zum Gelenk und die in ihr enthaltene Flüssigkeit ist Gelenkflüssigkeit.

In dem Irrtum, es nur mit einer kleinen Hautblase zu tun zu haben, wird die Mukoidzyste häufig vom Patienten, teilweise auch vom Arzt, aufgestochen. Nicht selten kommt es in Folge zu einer Entzündung des gesamten Gelenks, welche eine langwierige Behandlung mit sich bringt und in schweren Fällen bis zur Amputation des Fingerendglieds führt. Da das alleinige Aufstechen niemals zur Abheilung einer Mukoidzyste führt, sollte dieser Behandlungsversuch unterbleiben.

Diagnostik

Eine Mukoidzyste hat ein sehr typisches Aussehen und findet sich in der Regel über dem streckseitigen Fingerendgelenk. Die zugrundeliegende Gelenkarthrose läßt sich häufig schon mit bloßem Blick durch die verbreiterte Gelenkform erkennen. Im Zweifel bringt ein Fingerröntgen den Aufschluss über den Gelenkzustand. Besteht die Mukoidzyste schon lange, erkennt man häufig auch ein Fehlwachstum des Fingernagels. Oft ist es eine Rinne im Nagel, die sich in Verlängerung zur Mukoidzyste darstellt.

Mukoidzyste
Typisches Bild einer Mukoidzyste über dem streckseitigen Endgelenk des Zeigefingers

Behandlung

In einer ambulanten Operation und in örtlicher Betäubung des Fingers wird die Mukoidzyste komplett ausgeschnitten. In der Tiefe werden kleine Knochenzacken am Gelenk mit einem Luer geglättet. Ein direkter Verschluss ist aufgrund der straffen Hautverhältnisse am Finger nicht möglich, so dass der Defekt mit Hilfe eines kleinen Hauttransplantates vom Unterarm oder mit einem kleinen Hautverschiebeläppchen vom streckseitigen Mittelglied des gleichen Fingers verschlossen wird. Der Finger wird anschließend für eine Woche in einer Fingerschiene ruhiggestellt und die Fäden nach rund zwei Wochen entfernt.

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